Das war die Saison 2011/2012

Und schon wieder ist eine Saison in der NHL zu Ende gegangen. Letzten Samstag haben die 30 NHL-Teams allesamt ihr allerletztes Saison-Spiel bestritten und somit das Ende der regulären Spielzeit eingeleitet. Für 16 der 30 Teams geht es nun ab Mittwoch um den großen Preis, den Stanley Cup. Und der Sieger der diesjährigen Saison wird wie immer erst Ende Mai bzw. Anfang Juni feststehen. Für die Colorado Avalanche ist Zeit des Hockey Spieles jedoch leider so wie auch schon im Vorjahr Anfang April zu Ende gegangen, da man die Playoffs wieder mal versäumt. Trotz dieser Enttäuschung muss man jedoch dazusagen, dass im Gegensatz zur Vorsaison die Avs dieses Jahr bis 3 Tage vor dem Saisonende noch im Playoff-Rennen mit dabei waren. Die Saison davor war man ja im Vergleich dazu eigentlich schon Ende Februar draussen. Insgesamt hat man sich um 20 Punkte in der Tabelle im Vergleich zur Vorsaison verbessert. Schafft man in nächster Saison wieder eine Verbesserung von ca. 10 Punkten, sollte es dann nächstes Jahr endgültig wieder klappen mit den Playoffs. Doch bevor man nun Hoffnung fürdas nächste Jahr schöpft, ist es aber zunächst mal Zeit, die letzte Saison Revue passieren zu lassen. Zeit, ein bisschen die Hightlights, Überraschungen und Flops des letzten Jahres zusammen zu fassen. Und da sich für das Bewerten von Spielern hervorragend Schulnoten eignen, werden nun auch fleißg Noten ausgeteilt.
Torhüter - Note B
Im Vergleich zum Vorjahr ist dies Zweifelsohne jene Position, auf der man sich am meisten verbessern konnte. Während die Avs noch 2010/2011 die drittmeisten Tore kassiert haben in der NHL, war man heuer schon in der besseren Hälfte auf Rang 12 in der NHL zu finden.Sowohl der Einser-Goalie Semyon Varlamov als auch Ersatztormann JS Giguere haben heuer sehr gut gespielt, wobei man im Dezember und Jänner zeitweise nicht gewusst hat, wer nun Einser-Goalie ist. Ab Februar jedoch hat Varlamov wieder das Gehäuse für sich beansprucht und auch recht gut gespielt. Zwar war Varlamov in seinen Leistungen etwas weniger konstant als Giguere, nur darf man nicht vergessen, dass das Varlamov's erste volle Saison als Einser-Goalie war in seienr Karriere und er immerhin erst 24 Jahre alt ist. Die Konstanz wird sicherlich im Laufe seiner Karriere immer besser. Insofern kann man bei der Torhüter-Position auf mehr hoffen in den nächsten Jahren.
Verteidigung - Note C+
Auch die Verteidigung hat sich im Vergleich zum Vorjahr sicherlich verbessert präsentiert. Schließlich hat die Verteidigung auch ihr übriges zur Verbesserung bei den kassierten Torhütern beigetragen, und nicht nur die Torhüter. Die Verbesserung war jedoch leider nur in der defensiven Leistung der Verteidiger zu sehen. Leider gab es bei der offensiven Leistung von Verteidigern nach dem Abgang von John Michael Liles in der letzten Off-Season einen kleinen Rückschritt. Deswegen auch nur eine C-Note, und keine B-Note. Die jungen Hoffnungsträger Stefan Elliott und Tyson Barrie lassen jedoch in Zukunft auf mehr Tore und Vorlagen von Verteidigern hoffen, da diese beiden Spieler stets immer viele Punkte gescort haben in der Vergangenheit und mit jeweils 20 Jahren gerade einmal die erste NHL-Luft geschnuppert haben. Und auch ein Erik Johnson wird künftig mit seinen offensiven Leistungen wird mehr Glück haben, da er sich von Woche zu Woche immer wohler in Colorado gefühlt hat. Alles in allem kann man aber auch in der Defensive gut nach vorne blicken bei den Avs.
Angriff - Note C-
Der schwächste und enttäuschendste Teil im Team der Avs war leider heuer überraschenderweise die Offensive. Bei den erzielten Toren landeten die Avs heuer in der NHL nur im letzten Drittel, was eine beachtliche Verschlechterung zum Vorjahr darstellt. Eigentlich wäre insgesamt die Leistung in der Offensive auch eventuell D-würdig gewesen, nur gibt es trotz alle dem ein C mit einem Minus, weil man nicht vergessen sollte, dass ein Matt Duchene nur eine halbe Saison lang wirklich gesund spielen konnte und auch ein Peter Mueller nur ein viertel der Saison bestritten hat. Und wenn nun zwei Top-6 Stürmer jeweils so viel fehlen, zeigt das natürlich auch Wirkung. Außerdem haben auch die beiden Lichtblicke Ryan O'Reilly und der Rookie Gabriel Landeskog mit seiner hervorragenden Saison letztendlich zum C geführt, da diese Hoffnung auch mehr machen in der nächsten Saison. Bei Landeskog sieht es sogar so gut aus, als könne er dieses Saison die Rookie-der-Saison-Trophäe für sich gewinnen. Außerdem muss man sagen, dass mit den beiden Trades im Februar (Downie von Tampa Bay und McGinn von San Jose) die letzten 15-20 Spiele der Saison auch schon spürbar verbessert waren in der Offensive. Alles in allem sollte es als mit einem gesunden Sturm in nächster Saison sicherlich wieder besser werden.
Verbesserungsbedarf im Team
Trotz des positiven Ausblicks aufgrund eines Landeskogs, O'Reillys und hoffentlich wieder dann gesunden Duchenes und Muellers ist im Sturm in der Off-Season meiner Meinung nach etwas zu unternehmen. So ungern ich es auch sage, aber man hat leider heuer gesehen, dass ein Milan Hejduk nun leider abbaut und nicht so leicht als Top-6-Stürmer zu sehen sein kann. Aber auch ein mit über 6 Millionen bezahlter Stastny und ein David Jones sind für das Geld, das sie erhalten, zu inkonsistent, was die Torproduktion betrifft. Insofern ist also fraglich, ob man die mangeldenen Leistungen von einem Hejduk, Jones und Stastny nicht irgendwie aufpeppen sollte. Nicht, dass etwa 53 Punkte von Stastny gar so schlecht wären. Nur trotzdem, für über 6 Millionen pro Jahr erwartet man sich dann doch eher Punkte eher um die 70er- bzw. 80er-Marke. Außerdem ist nun Stastny eigentlich mit seinen 5 Saisonen schon ein Veteran und sollte eigentlich seine Konsistenz in der Torproduktion verbessern. Nur leider war in den letzten beiden Jahre genau das Gegenteil der Fall. Alles in allem ist es also vielleicht ratsam, einen Stürmer mit Torriecher in der Off-Season zu holen, um sich im Sturm für nächste Saison auch tatsächlich zu verbessern. Während Stastny noch einen laufenden Vertrag hat und vermutlich schwer zu traden sein wird, läuft hingegen der Vertrag von Jones aus. Einige markante Namen gibt es ja anscheinend heuer in der Free-Agent Zeit mit Zach Parise oder Rick Nash. Nur stellt sich dann die Frage, ob die Kroenke-Familie überhaupt dazu bereit ist, ein paar Dollar in die Hand zu nehmen.
Alles in allem kann man jedoch nur hoffen, dass sich das Team nächstes Jahr wieder verbessert, sodass es endlich wieder mal mit den Playoffs klappt. Ein drittes Jahr ohne Playoffs hintereinander wäre nämlich schon eher katastrophal als traurig. Viele Ausrutscher darf man sich bei den Fans wahrlich nicht mehr erlauben. Schließlich will man wieder mal Top-Playoff-Hockey auch in Denver erleben. Aber nun heißt es zunächst mal Top-Playoff-Hockey der anderen 16 Teams zu verfolgen, bei vor das Spielerkarussel und eventuelle neue Teamtendenzen zu erkennen sind.
Norbert Gruber, Austria, norbert@eurolanche.com
10/04/2012 - 15:00