Varlamov hervorragend bisher

Doch trotzdem zeichnen sich zu Beginn in dieser Saison einige neue Trends ab, die hoffentlich bestehen bleiben. Der erfreulichste Trend überhaupt ist natürlich mal, dass man erstmals in der Geschichte der Franchise in eine Saison mit drei Siegen starten konnte. Das hat die Colorado Avalanche bisher noch nie in ihrer 18-jährigen NHL-Geschichte zuvor geschafft. Doch was sind die eigentlichen dahinterliegenden Trends, die diese Siegesserie möglich gemacht haben?
Meiner Meinung nach sind hierbei insbesondere zwei Hauptfaktoren dafür verantwortlich. Einer davon ist das neue Coaching-Team, das eine ganz andere Trainigs-Art und Verhaltensweise an den Tag legt, als davor Joe Sacco. Mit Patrick Roy hat man einen neuen Headcoach, der vom Charakter her total unterschiedlich ist, viel lebhafter, energischer, emotionaler und ungeduldiger, was den Spielern einerseits Druck aber zugleich auch Motiviation verschafft. Besonders symptomatisch ist dabei die Szene im ersten Saisonspiel gegen die Anaheim Ducks, als sich Roy ein Schreiduell an der Bank mit dem Trainer der gegnerischern Mannschaft geliefert hat und ein Stück Glas zwischen den Banken ordentlich durch die Gegend gewirbelt hat. Aber nicht nur der Head Coach Roy, auch der Tormann-Trainer Allaire ist dabei besonders hervorzuheben.
Besonders hervorzuheben ist er deshalb, da er wesentlich auch zum zweiten Erfolgsfaktor dieser jungen erfolgreichen Saison beiträgt. So hat sich die Tormann-Situation in Colorado wesentlich verbessert, Semyon Varlamov spiel um Ecken besser als noch letzte Saison und strahlt viel mehr Selbstvertrauen aus. Lediglich drei Gegentore in drei Spiele sprechen ihre eigene Sprache. Wie viel von dieser Leistung nun Varlamov allein zuzusprechen ist und wie viel davon der Trainingsmethode von Allarie zuzusprechen ist, bleibt offen und kann so nicht beantwortet werden. Klar und deutlich hingegen dürfte sein, dass diese Verbindung bisher sehr gefruchtet hat und die Avs sich in allen Phasen der Saison bisher auf ihren Hintermann verlassen konnten.
Selbst in Spielen, wo der Gegner ordentlich angegriffen hat, wie zum Beispiel im letzten Spiel gegen die Maple Leafs, hat Varlamov stehts die Ruhe bewahrt und immer alles richtig gemacht. Das wiederum strahlt mehr Selbstvertrauen an die Verteidiger aus und schon hat man einen Gegentore-Schnitt von nur einem Gegentor pro Spiel.
Auch wenn man sich nun keineswegs zu früh freuen sollte, so ist es immerhin doch ein guter Anfang, der auf mehr hoffen lässt. Ein Trend, der hoffentlich mittel- bis langfristig anhält, und nicht nur von kurzer Frist ist.
Norbert Gruber, Austria, norbert@eurolanche.com
10/10/2013 - 19:00