Avs Saison ist zu Ende

Nachdem man in den ersten beiden Spiele zu Hause noch überzeugen konnte, war es ab Spiel drei in der Serie leider eher mehr Krampf als Kampf. Nicht, dass man wirklich schlecht gespielt hat, nein, für ein Team, das letzte Saison erst vorletzter war, war man trotzdem noch meilenweit besser als erwartet. Das zeigt ja auch die Anzahl der Tore, die man in diesen sieben Spielen schießen konnte. Trotzdem war es jedoch auch nicht mehr diese jugendliche Leichtfertigkeit und Unbekümmertheit, die man so in der Saison sehr oft gesehen hat und die letztendlich auch oft viele Siege in der Saison herausgerissen hat.
Mit dem Heimpublikum im Rücken hat es trotz der vielen Führungen im Spiel sieben eigentlich ab dem zweiten Drittel bereits danach ausgesehen, als würden die Avs dieses Spiel verlieren. Einem richtig erfahrenen Team mit entsprechender Playoff Routine passiert es nämlich nicht, in einem alles entscheidenen Spiel sieben jedes mal nach einer Ein-Tor-Führung vom Gas zu gehen. Doch genau das haben die Avs letzte Nacht gleich vier (!!!!!!) mal gemacht. Etwas, was sie eigentlich so unter der Saison nicht gemacht haben. Aber tja, genau das ist dann wohl halt leider der große Unterschied zwischen der regulären Saison und den Playoffs. Die unterschiedliche Spielmentalität und die entsprechenden Grundvoraussetzungen haben sich wieder mal - leider dieses mal zu ungunsten der Avs - gezeigt.
Etwas enttäuschend war leider aber auch der Verlauf für die Avs hinsichtlich Verletzungen und Verteidigung/Torhüter. So hat man leider in der gesamten Serie das Fehlen des wichtigen Dritt-Linien-Centers John Mitchell gemerkt. Dieser war einfach immer an der richtigen Stelle im Penalty Kill bzw. konnte dieser immer die Top-Stürmer des gegnerischen Teams zur Verzweiflung bringen. Diese Rolle konnte der eigentliche Viert-Linien-Center Cliche nicht übernehmen. Dieser hat gemäß der eigentlichen Rolle von Mitchell in allen Spielen so zwischen 12 und 16 Minuten gespielt, aber es trotzdem in diesen sieben Spielen nicht geschafft, öfter als zwei mal aufs Tor des Gegners zu schießen. In sieben Spielen nur zwei Torschüsse, das ist eindeutig zu wenig für deinen Center der dritten Linie bei so viel Eiszeit. Hier hat man einfach das Fehlen von Mitchell gemerkt, der neben seiner defensiv starken Leistung auch so immer wieder für Tore gesorgt hat.
Aber auch die späte Rückkehr von Matt Duchene und die Verletzung von Tyson Barrie (möge Matt Cooke in der Hölle schmoren) haben den Avs nicht gut getan. Das die Avs ausgerechnet nach Spiel zwei in der Serie, als Matt Cooke Tyson Barrie mit einem Knie-Schlag niedergestreckt hat, plötzlich Probleme damit hatten, mit Konstanz und Leichtfertigkeit aus dem eigenen Drittel rauszuspielen, ist kein Zufall. Da hat Cooke ganze Arbeit für sein Team geleistet und war somit jeden Dollar wert.
Hinzu kommt, dass der wichtige Verteidiger Jan Hejda und Torman Varlamov leider nicht ganz mit den Leistungen der Saison mithalten konnten. Wobei für Hejda hat sich gestern Nacht nach dem Ausscheiden offiziell herausgestellt, dass er die ganze Serie über mit zwei gebrochenen Fingern gespielt hat, weshalb diese Leistung von ihm vielleicht etwas entschuldbar ist.
Nichtsdestotrotz sind nun die Avs leider schon in der ersten Runde ausgeschieden und heißt jetzt die Wunden nach dieser doch mental sehr zehrenden Niederlage zu lecken. Wichtig wird es nun sein, aus dieser schweren Niederlage die Lehren für die nächsten Playoffs zu ziehen, damit es dann nächstes mal mit etwas mehr Routine etwas besser klappt.
Norbert Gruber, Austria, norbert@eurolanche.com
01/05/2014 - 11:30